Der Flugdienst von swisstopo 1926-2026

Ein Österreicher schwebt über den Belpberg
1913

Ein Österreicher schwebt über den Belpberg

Am Vorabend des Ersten Weltkriegs experimentiert die Landestopografie erstmals mit Luftbildern. Sie nimmt dafür ausländische Hilfe in Anspruch: In einem Fesselballon der Schweizer Armee schwebt der österreichische Ingenieur Gustav Kammerer über den Belpberg. Die Luftbilder sind aber von schlechter Qualität und deshalb kartografisch kaum auszuwerten.

Ein Österreicher schwebt über den Belpberg
Erfolgreiche Versuche mit High-Tech-Kameras
1924

Erfolgreiche Versuche mit High-Tech-Kameras

Über Wangen bei Dübendorf testet die Landestopografie 1923 und 1924 das Potenzial von Stereo-Luftbildern. Anders als 1913 kommt nun das Flugzeug anstelle des Fesselballons zum Einsatz; fotografiert wird mit ausgeliehenen deutschen Luftbildkameras. Die Aufnahmen liefern «überraschend zuverlässige und genaue Resultate», wie der Direktor der Landestopografie Hans von Steiger 1928 betont.

Erfolgreiche Versuche mit High-Tech-Kameras
Flugzeuge über dem Thurgau
1925

Flugzeuge über dem Thurgau

Wie gut eignen sich Luftbilder zur Kartennachführung? Um das herauszufinden, fliegen Beobachter der Luftwaffe 1925 den Thurgau und angrenzende Gebiete ab. Anschliessend vergleichen Topografen die Luftbilder mit der Siegfriedkarte. Die Aufnahmen helfen, Veränderungen wie neue Häuser oder Strassen zu erkennen, und beschleunigen die Kartennachführung deutlich.

Pionierarbeit im Glarnerland
1925

Pionierarbeit im Glarnerland

Dass Luftbilder auch für das Grundbuch wertvoll sind, beweist der St. Galler Geometer Rudolf Bosshardt. Er verarbeitet im Auftrag der Eidgenössischen Vermessungsdirektion 1925 aufgenommene Luftbilder der Gemeinden Bilten und Niederurnen im Kanton Glarus zu einem Grundbuchplan. Es ist der erste Grundbuchplan der Schweiz, der mithilfe von Luftbildern zustande kommt.

Kauf der ersten Kameras
1926

Kauf der ersten Kameras

Die Landestopografie kauft je eine Luftbildkamera der Firmen Heyde und Zeiss. Die Anschaffung zwei weiterer Kameras der deutschen Hersteller kommt hingegen nicht zustande – Grund sind die klammen Staatskassen.

Flugdienst der Landestopografie
1926

Flugdienst der Landestopografie

Die Landestopografie gründet ihren eigenen Flugdienst. Hauptquartier ist der Militärflugplatz Thun, wo die Landestopografie einen eigenen Hangar bezieht. Die Hauptaufgabe des Flugdiensts ist es, die Nachführung der Siegfriedkarte mit Luftbildern zu unterstützen.

Das erste Duo: Markus Burkhard und Hans Hugi
1926

Das erste Duo: Markus Burkhard und Hans Hugi

Die Landestopografie stellt mit Markus Burkhard und Hans Hugi erstmals einen Piloten und einen Bordfotografen (Beobachter) an. Die Luftbildpioniere müssen damals Ingenieur, Fotograf und Flug-Profi in einem sein. Hans Hugis Werdegang deckt diese Anforderungen ideal ab: 1923 hatte er sein Studium als Bauingenieur an der ETH Zürich abgeschlossen, und 1925 absolvierte er die Beobachterschule der Fliegertruppe in Dübendorf.

Das erste Duo: Markus Burkhard und Hans Hugi
Zepp und Häfeli: die Flugzeuge der Fliegertruppe
1926

Zepp und Häfeli: die Flugzeuge der Fliegertruppe

In den ersten Jahren war die Fliegerequipe der Landestopografie mit Flugzeugen der Fliegertruppe unterwegs. In erster Linie waren dies Maschinen des Typs Zepp C-II der bayerischen Zeppelinwerke und DH-5-Flugzeuge des Schweizer Konstrukteurs August Häfeli. Diese Ausgangslage war aber alles andere als ideal: Die Zepp-Maschinen waren veraltet und die Häfeli-Flugzeuge für Vermessungsflüge kaum geeignet.

Kauf der ersten Wild-Kamera
1927

Kauf der ersten Wild-Kamera

Die Landestopografie kauft die Fliegerkamera Wild Nr. 1 vom Schweizer Hersteller Wild Heerbrugg. Der 1926 gescheiterte Kauf zweier Luftbildkameras aus Deutschland erweist sich damit als Glücksfall für den Standort Schweiz. Wild Heerbrugg wird in den folgenden Jahrzehnten zum wichtigsten Kameralieferanten der Landestopografie.

Kauf der ersten Wild-Kamera
Ein verhängnisvoller Trainingsflug
1927

Ein verhängnisvoller Trainingsflug

Im Oktober 1927 verunglückt Hans Hugi in der Nähe von Thun bei einem militärischen Trainingsflug. In seiner Trauerrede hebt der Direktor der Landestopografie, Hans von Steiger, hervor, dass Hugis «mustergültige Ausführung von Fliegeraufnahmen» der neuen Vermessungsmethode in der Schweiz den Weg geebnet hatte.

Arbeitsteilung statt Doppelspurigkeiten
1928

Arbeitsteilung statt Doppelspurigkeiten

Die Landestopografie und die Vermessungsdirektion teilen sich den Alpenraum auf, um Doppelspurigkeiten zu vermeiden. In den bewohnten oder bewirtschafteten Berggebieten will die Vermessungsdirektion Grundbuchpläne anhand von Luftbildern erstellen. In jenen alpinen Gegenden, wo kein Grundbuch geplant ist, vermisst die Landestopografie. Sie tut dies meist mittels terrestrischer Fotogrammetrie, also vom Boden aus.

Flugdienst der Vermessungsdirektion
1929

Flugdienst der Vermessungsdirektion

Die Vermessungsdirektion bekommt ihren eigenen Flugdienst. Der Pilot Carl Wipfli und der Beobachter Ulrich Frischknecht befliegen fortan die Schweiz und entwickeln sich zum eingespielten Duo. Das Hauptquartier des Flugdiensts der Vermessungsdirektion ist der Flugplatz Dübendorf.

Flugdienst der Vermessungsdirektion
Messerschmitt M18c
1929

Messerschmitt M18c

Im September 1929 nimmt der Flugdienst der Vermessungsdirektion sein erstes eigenes Flugzeug, eine Messerschmitt M18c, in Betrieb. Die einmotorige Konstruktion aus dem bayerischen Augsburg eignet sich gut als Vermessungsflugzeug: Die M18c ist wendig, kann schnell auf eine grosse Höhe aufsteigen, und der Flugzeugboden vibriert während des Flugs nur wenig.

Rhone und Vispa im Blick
1929

Rhone und Vispa im Blick

Der Flugdienst der Landestopografie führt erste Befliegungen zur Umweltbeobachtung durch. Im Fokus steht das Flussbett der Rhone und der Vispa bei Visp. Die Flüsse treten dort oft über die Ufer, weshalb der Kanton Wallis eine Flusskorrektion in Angriff nimmt. Die Luftbilder der Landestopografie liefern wertvolle Daten zum Wasserstand der Flüsse und helfen so bei der Planung der Korrektion.

Der Rhein wird dokumentiert
1932

Der Rhein wird dokumentiert

Mit Luftbildern aus dem Jahr 1931 erstellt die Landestopografie einen Fotoplan des Rheinlaufs im Kanton Schaffhausen. Der Fotoplan hält das Landschaftsbild vor dem Bau der Flusskraftwerke Rheinau und Schaffhausen fest.

Neues Personal für die Landeskarte
1932

Neues Personal für die Landeskarte

Die Landestopografie erweitert ihre Fliegerequipe um den Beobachter Gustav Baldinger. Die Personalentscheidung erfolgt im Hinblick auf die bevorstehende Erstellung der Landeskarte: Man geht davon aus, dass das neue Kartenwerk der Schweiz in grossem Masse auf Luftbildern fussen würde. Tatsächlich werden Luftbilder erst ab 1950 zu einer wichtigen Grundlage der Landeskarte.

Neues Personal für die Landeskarte
Die Zeiss-Zweifachmesskamera
1933

Die Zeiss-Zweifachmesskamera

Die Vermessungsdirektion beschafft die Zweifachmesskamera 21 des Herstellers Zeiss. Ihr Name rührt daher, dass sie aus zwei Kameras besteht. Bei einer einzigen Auslösung kann sie deshalb ein Luftbildpaar erstellen. Als Bildträger verwendet die Zweifachmesskamera 21 Fotofilm. Das ist ein Kontrast zur Landestopografie, die zur selben Zeit auf Einzelbilder und Glasplatten setzt.

Bayerische Flugzeuge, made in Thun
1935

Bayerische Flugzeuge, made in Thun

Die Eidgenössische Konstruktionswerkstätte in Thun baut zwei Messerschmitt-Flugzeuge des Typs M18d. Die Vermessungsdirektion und die Landestopografie erhalten je eine Maschine. Dass die Konstruktion im Berner Oberland statt in Bayern erfolgt, ist dank einer Lizenz-Vereinbarung möglich. In Zeiten der Wirtschaftskrise schützt dieses Vorgehen dringend benötigte Arbeitsplätze in Thun.

13 Starts ab Avenches: Nebenflugplätze
1941

13 Starts ab Avenches: Nebenflugplätze

Je nach Mission ist es nötig, andere Flugplätze als Dübendorf oder Thun zu nutzen. Beispielsweise hebt die Fliegerequipe der Landestopografie mitten im Zweiten Weltkrieg 13-mal in Avenches ab. Ziel ist es, den Bau von Festungsanlagen an der nahegelegenen Landesgrenze mit Luftbildern zu unterstützen.

Ein Flugzeug namens Ville de Lausanne
1943

Ein Flugzeug namens Ville de Lausanne

Der Zweite Weltkrieg steigert den Bedarf an Luftbildern auch in der Schweiz. Um die Kapazität des Flugdiensts zu vergrössern, requiriert das Militärdepartement deshalb ein Flugzeug des Typs AC-11 für die Landestopografie. Die Maschine ist eine Konstruktion des Schweizer Flugzeugbauers Alfred Comte und kam zuvor bei der Stadt Lausanne zum Einsatz.

Todessturz über dem Rheintal
1944

Todessturz über dem Rheintal

Der Beobachter Gustav Baldinger kommt während eines Bildflugs ums Leben. Als das Flugzeug über dem St. Galler Rheintal ins Trudeln gerät, entscheidet er sich zum vermeintlich rettenden Absprung. Baldinger rutscht nach dem Öffnen des Fallschirms durch diesen hindurch und stürzt ungebremst zu Boden. Besonders tragisch: Pilot Max Brenneisen kann das Flugzeug wieder stabilisieren und sicher landen.

Todessturz über dem Rheintal
Fliegerkamera Alos
1945

Fliegerkamera Alos

Bei der Zürcher Firma Alos schafft die Landestopografie eine Handkamera für 6x6 cm Rollfilme an. Mit ihr fotografieren die Beobachter durch die Seitenfenster des Vermessungsflugzeugs Felswände. Die Stereo-Schrägaufnahmen helfen den Kartografen beim Zeichnen von Felspartien – eine besondere Stärke der Schweizer Karten.

Amerikanerbefliegung
1946

Amerikanerbefliegung

Für einmal sind keine einheimischen, sondern amerikanische Bordfotografen am Schweizer Himmel unterwegs. Innerhalb eines einzigen Jahres fotografieren sie die gesamte Schweiz aus grosser Höhe. Die Eidgenossenschaft hat die Befliegung unter anderem deshalb bewilligt, weil sie selbst davon profitiert: Die Landestopografie erhält Fotonegative des «Photoatlas 46» und nutzt die Aufnahmen, um ihre eigenen Karten zu aktualisieren.

Die Gletscher im Blick
1947

Die Gletscher im Blick

Auf Anregung des Glaziologen Robert Haefeli beginnen die Flugdienste der Vermessungsdirektion und der Landestopografie mit systematischen Gletscheraufnahmen. Das Ziel ist schon damals, den Rückzug der Eisriesen zu erforschen. Wie wichtig historische Luftbilder für die Gletscherforschung sind, betont Andreas Bauder, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der ETH Zürich und beim Gletschermessnetz Schweiz (GLAMOS), im Video.

Abschied von Thun
1948

Abschied von Thun

Seit seiner Gründung im Jahr 1926 hatte der Flugdienst der Landestopografie sein Hauptquartier auf dem Flugplatz Thun. 22 Jahre später ist damit Schluss; neues Zuhause ist der Flugplatz Dübendorf. Der Standortwechsel ist Teil einer grösseren Entwicklung: Bis Ende 1955 zieht sich die gesamte Luftwaffe vom Waffenplatz Thun zurück.

Drei Militärflugzeuge starten eine neue Karriere
1948

Drei Militärflugzeuge starten eine neue Karriere

Zwischen 1948 und 1952 schafft die Landestopografie drei Flugzeuge des Typs Beechcraft C-45F an. Sie ersetzen die in die Jahre gekommene Messerschmitt M18d. Die zweimotorigen Beechcraft-Flugzeuge sind ehemalige Kriegsmaschinen und wurden in den USA während des Zweiten Weltkriegs massenhaft produziert. Nach dem Ende der Kampfhandlungen verkauft sie die US-Armee kostengünstig.

Erste automatische Reihenbildkamera
1950

Erste automatische Reihenbildkamera

Die Luftbildkamera RC5 von Wild Heerbrugg sorgt für eine Zäsur in der Schweizer Luftbildfotografie. Anders als frühere Modelle fertigt sie in festgelegten Zeitabständen automatisch Luftbilder an. Bei konstanter Fluggeschwindigkeit sorgt sie damit von selbst für eine ausreichende Überlappung der Aufnahmen – eine Vorbedingung für die Stereobildmessung. Die Landestopografie schafft 1950 eine RC5 an und erleichtert damit die Arbeit der Bordfotografen.

Durchbruch in der Leventina
1950

Durchbruch in der Leventina

Die Arbeiten am Grundbuchplan 1:1000 der Gemeinde Calonico beginnen. Das Besondere daran ist, dass dafür auch Luftbilder verwendet werden – bis dahin war die Fotogrammetrie in der Grundbuchvermessung nur bei kleineren Planmassstäben (1:5000 und 1:10 000) zulässig. Der Test in Calonico ist erfolgreich, womit sich der Anwendungsbereich von Luftbildern merklich erweitert.

Lawinenwinter
1951

Lawinenwinter

Ein verheerender Lawinenwinter sucht die Alpenländer heim. Der Flugdienst der Landestopografie unterstützt die Katastrophenbewältigung mit Luftbildern. Doch nicht nur das: Weil sich die Beechcraft C-45F dafür besonders gut eignet, leistet die Fliegerequipe auch Nothilfe. Tagelang versorgt sie das komplett von der Aussenwelt abgeschnittene Samnaun, in Saas-Fee wirft der Flugdienst die Post ab, und auch weitere Ortschaften profitieren von der Hilfe aus der Luft.

RC7-Kamera für die Vermessungsdirektion
1952

RC7-Kamera für die Vermessungsdirektion

Die Vermessungsdirektion schafft eine automatische Reihenbildkamera vom Typ RC7 an. Wie die Filmkamera RC5 der Landestopografie stammt auch die RC7 aus dem Hause Wild Heerbrugg. Ihr Bildträger sind aber Glasplatten mit dem Format 15x15 cm. Für die hohen Genauigkeitsansprüche der Grundbuchvermessung eignet sich Glas damals noch besser, weil es im Gegensatz zu Fotofilmen auch bei Temperaturschwankungen kaum seine Form ändert.

Percival Prince P54
1952

Percival Prince P54

Die Vermessungsdirektion ersetzt ihre Messerschmitt-Flugzeuge mit einer britischen Konstruktion. Die zweimotorige Percival Prince P54 zeichnet sich insbesondere durch ihre Glasnase und grosszügige Seitenfenster aus. Die Rundumsicht erleichtert das Fliegen in Tälern und nahe an Felswänden, was bei Missionen fürs Grundbuch oft nötig ist.

Flugunfall am Galmihorn
1952

Flugunfall am Galmihorn

Auf einem Flug für das Eidgenössische Luftamt stürzt Max Brenneisen im Februar 1952 am Walliser Galmihorn ab. Zusammen mit drei weiteren Personen kommt er ums Leben. Brenneisen war seit 1938 beim Flugdienst der Landestopografie angestellt. Nach dem Tod von Beobachter Baldinger (1944) und Pilot Gottlieb Imhof (1948) hatten er und der Beobachter Oswald Loderer den Flugdienst geprägt.

Flugunfall am Galmihorn
Die Fliegertruppe übernimmt
1954

Die Fliegertruppe übernimmt

Das Eidgenössische Militärdepartement beschliesst, dass neu die Fliegertruppe die Bildflüge der Landestopografie durchführt. Der Flugdienst der Landestopografie stellt fortan keine eigenen Beobachter und Piloten mehr an, ist aber weiterhin für die Flugplanung, das Vermessungsflugzeug und die Luftbildkamera zuständig. Der Flugdienst der Vermessungsdirektion ist von dieser Änderung nicht betroffen; er bleibt mit eigenen Piloten und Beobachtern bestehen.

Absturz im Oberengadin
1957

Absturz im Oberengadin

Kurz nach dem Start in Samedan sackt die Percival Prince der Vermessungsdirektion unerwartet ab und zerschellt an einer Bodenwelle. Beobachter Ulrich Frischknecht kommt ums Leben, Pilot Carl Wipfli überlebt schwer verletzt. Die Vermessungsdirektion verliert bei dem Unglück ihre gesamte hocherfahrene Fliegerequipe sowie ihr erst fünf Jahre zuvor angeschafftes Flugzeug.

Ein niederländisches Flugzeug hilft aus
1957

Ein niederländisches Flugzeug hilft aus

Die Vermessungsdirektion chartert eine niederländische Maschine vom Typ Koolhoven F.K.50. Damit überbrückt sie den Verlust der Percival Prince P54, bis ein langfristiger Ersatz gefunden ist. Zwar kann der Flugdienst der Vermessungsdirektion auch auf die Beechcraft C-45F der Landestopografie zurückgreifen, doch für Flüge in engen Bergtälern ist dieser Flugzeugtyp nicht geeignet.

Twin Pioneer
1959

Twin Pioneer

Das Flugzeug Twin Pioneer des Herstellers Scottish Aviation ersetzt die zwei Jahre zuvor abgestürzte Percival Prince P54. Eine Empfehlung des österreichischen Bundesamts für Eich- und Vermessungswesen hatte der Vermessungsdirektion die Suche nach einem geeigneten Flugzeug erleichtert.

Grand Commander
1967

Grand Commander

Die Maschinen des Typs Beechcraft C-45F werden nach knapp 20 Jahren ausgemustert. Die Landestopografie fliegt neu mit einer Grand Commander 680 FL. Dabei handelt es sich erneut um ein amerikanisches Flugzeug.

Einführung des Sechsjahreszyklus
1968

Einführung des Sechsjahreszyklus

Die Landestopografie führt den Sechsjahreszyklus bei ihren Befliegungen ein. Das bedeutet, dass der Flugdienst jedes Jahr ein Sechstel der Schweiz mit Luftbildern erfasst. Die neue Vorgehensweise ermöglicht die Nachführung der Landeskarten im Sechsjahrestakt.

Twin Otter
1976

Twin Otter

Die Vermessungsdirektion ersetzt ihre Twin Pioneer mit einer Twin Otter des Herstellers De Havilland Canada. Das wendige Flugzeug eignet sich bestens für Flüge in engen Gebirgstälern. Um Kosten zu sparen, überführt die Gruppe für Rüstungsdienste die Maschine selbst von Toronto in die Schweiz. Vier Zwischenstopps in Kanada, Grönland, Island und Schottland sind dafür nötig.

Twin Otter
Dem Wald wird der Puls gefühlt
1984

Dem Wald wird der Puls gefühlt

Um den Zustand der Wälder zu studieren, wird das Forschungsprogramm Sanasilva lanciert. Die Vermessungsdirektion leistet einen wichtigen Beitrag, indem sie ab 1984 weite Teile der Schweiz mit Farbinfrarot-Luftaufnahmen erfasst. Auf diesen Fotografien heben sich kranke oder tote Pflanzenteile von gesunden farblich ab. Im Video erläutert Christian Ginzler, Leiter der Forschungsgruppe Fernerkundung bei der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL, welche Rolle swisstopo-Daten heute beim Umweltmonitoring spielen.

Koordinationsstelle Luftbilder
1992

Koordinationsstelle Luftbilder

Luftbilder werden in den 1980er-Jahren immer häufiger und grossflächiger genutzt, um Forschung und Verwaltung zu unterstützen. Die Vermessungsdirektion gründet deshalb 1992 die Koordinationsstelle für Luftaufnahmen (KSL). Mit Ausnahme der Aufnahmen der Landestopografie zur Kartennachführung koordiniert sie die Produktion aller Luftbilder durch Bundesstellen und sammelt die Fotografien in einem digitalen Informationssystem. Der ehemalige Leiter des Flugdiensts von swisstopo, Hanspeter Gautschi, erinnert sich im Video an die Gründung der KSL.

Super King Air 350C
1993

Super King Air 350C

Die Landestopografie schafft mit der Beechcraft Super King Air 350C einen Ersatz für ihre 26 Jahre alte Grand Commander an. Dank einer Druckkabine kann die Besatzung der Super King Air ohne Helm und künstlichen Sauerstoff auf bis zu 10’600 Metern Höhe fliegen. Welchen Wandel im Arbeitsalltag das neue Flugzeug mit sich brachte, erklärt Christian Lucek, Bordfotograf der Schweizer Luftwaffe, im Video.

RC30
1993

RC30

Die Landestopografie nimmt zwei Luftbildkameras des Typs RC30 in Betrieb. Die Konstruktion aus dem Hause Wild Heerbrugg verändert die Arbeit während Bildflügen. Dank GPS startet sie die Aufnahmesequenz automatisch, sobald der Anfang einer vordefinierten Fluglinie überflogen wird. Ist die Fluglinie vollständig abgeflogen, beendet die Kamera die Aufnahmesequenz eigenständig.

Flüge im Ausland
1997

Flüge im Ausland

Die Super King Air 350 C fliegt im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft über Kirgisistan. An Bord sind Piloten und Beobachter des Ressorts Luftaufklärung der Schweizer Armee. Ihre Flugbilder sollen für die Erstellung eines Katasterplanes genutzt werden, einer wichtigen Grundlage zur Einführung der Marktwirtschaft und Landprivatisierung in der ehemaligen Sowjetrepublik. Christian Lucek, Bordfotograf der Schweizer Luftwaffe, erinnert sich.

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Die Schweiz von oben – neu in Farbe
1998

Die Schweiz von oben – neu in Farbe

Der Flugdienst der Landestopografie stellt flächendeckend von Schwarzweiss- auf Farbfilme um. Die Farbbilder kommen unter anderem im neuen Produkt Swissimage zur Geltung. Das digitale Orthofotomosaik zeigt das gesamte Land von oben und wird ab 1998 hergestellt. Um Swissimage zu erstellen, werden die analog aufgenommenen Luftbilder gescannt und digital weiterverarbeitet.

Einsätze im Lawinenwinter
1999

Einsätze im Lawinenwinter

In den Schweizer Alpen gehen zahlreiche Lawinen nieder. Die Landestopografie, die Vermessungsdirektion und die Firma Swissphoto fertigen 3000 Senkrecht- und 400 Schrägaufnahmen der Katastrophengebiete an. Die Luftbilder unterstützen die akute Krisenbewältigung und dienen als Grundlage bei der Planung von neuen Lawinenverbauen. Im Video erklärt Hanspeter Gautschi, ehemaliger Leiter des Flugdiensts von swisstopo, wie sich Umwelteinsätze auf die Arbeit des Flugdiensts auswirkten.

Aus zwei Flugdiensten wird einer
1999

Aus zwei Flugdiensten wird einer

Die Vermessungsdirektion stösst zum Bundesamt für Landestopografie. In der Folge verschmelzen die beiden Flugdienste mit mitsamt ihren Flugzeugen und Kameras zu einer Einheit. Das Personal des fusionierten Flugdiensts stammt gänzlich von der Vermessungsdirektion, weil die Landestopografie seit 1954 über keine eigenen Piloten und Beobachter mehr verfügt.

Die erste digitale Luftbildkamera
2004

Die erste digitale Luftbildkamera

Der Flugdienst von swisstopo erwirbt eine ADS40 von Leica Geosystems (vormals Wild Heerbrugg). Sie ist die erste digitale Luftbildkamera des Bundesamts. Anstelle von Einzelbildern produziert sie mit ihrem Zeilensensor Luftbildstreifen. Die analoge Ära endet aber noch nicht ganz: Um Kundenbedürfnissen Rechnung zu tragen, fertigt der Flugdienst mit der RC30 bis 2010 auch noch Luftbilder auf Fotofilm an. Hanspeter Gautschi, ehemaliger Leiter des Flugdiensts von swisstopo, und Gerhard Gugger, ehemaliger Pilot der Schweizer Luftwaffe, zeigen im Video auf, wie die Digitalisierung die Arbeit an Bord veränderte.

Einführung des Dreijahreszyklus
2008

Einführung des Dreijahreszyklus

Swisstopo stellt auf einen Dreijahreszyklus bei Bildflügen um. Neu wird jedes Jahr ein Drittel des Landes mit Luftbildern erfasst. Die Aktualität digitaler Raumdaten und der Landeskarte steigert sich dadurch weiter.

Tests mit Kleindrohnen
2013

Tests mit Kleindrohnen

Swisstopo beginnt, Kleindrohnen als Aufnahmeplattform von Luftbildern zu prüfen. Die Tests zeigen, dass sie sich für kleinräumige Aufgaben eignen. Im Vergleich zu den Plattformen Flugzeug, Satellit und dem ab 2017 eingesetzten Helikopter sind Kleindrohnen aber zu ineffizient. Ihr Einsatz bei swisstopo wird 2023 eingestellt.

Verbesserte Bodenauflösung
2017

Verbesserte Bodenauflösung

Mit dem neuen Sensor ADS100 verbessert sich die Bodenauflösung der Luftbilder von swisstopo merklich. Im Flachland entspricht ein Pixel 10x10 cm in der Realität, in den Alpen sind es 25x25 cm.

Neue Flugplanung entlang der Kantonsgrenzen
2017

Neue Flugplanung entlang der Kantonsgrenzen

Die Aufteilung der Schweiz in jährlich zu befliegende Gebiete wird angepasst. Sie folgt fortan nicht mehr den nachzuführenden Kartenblättern, sondern den Kantonsgrenzen. Für die Kantone steigt so die Homogenität der verfügbaren Luftbilddaten. Sie stammen nun fürs ganze Kantonsgebiet aus ein und demselben Jahr.

Erstmals Rapid Mapping vom Helikopter aus
2017

Erstmals Rapid Mapping vom Helikopter aus

Dank einer Vereinbarung aus dem Jahr 2015 kann auch der Flugdienst von swisstopo den Helikopter der Kantonspolizei Zürich nutzen. Zu seinem ersten Rapid Mapping-Einsatz kommt das Fluggerät nach dem Bergsturz in Bondo im Jahr 2017: swisstopo unterstützt die Katastrophenbewältigung unter anderem mit Luftbildern, die vom Helikopter aus aufgenommen wurden. Sabine Brodhag, Sektionschefin Risikomanagement beim BAFU, erklärt, was sich hinter dem Begriff Rapid Mapping verbirgt.

Modernisierung der Twin Otter
2021

Modernisierung der Twin Otter

Die Twin Otter ist seit 1976 im Einsatz für die Vermessung der Schweiz. 2020/21 bekommt sie mit einem Electronic Flight Instrument System, einem sogenannten «Glascockpit», ein umfassendes Update.

Blaulichtpriorität
2022

Blaulichtpriorität

Damit die Fliegerequipe bei Naturereignissen möglichst zeitnah Luftbilder des betroffenen Gebiets aufnehmen kann, erhält swisstopo für Rapid-Mapping-Einsätze die Blaulichtpriorität im Luftraum. Das vereinfacht die Flugplanung und Flugdurchführung in Katastrophenfällen deutlich. Der erste Einsatz mit Blaulichtpriorität erfolgt im August 2022 zur Beobachtung der akuten Trockenheit in der Westschweiz.

Alles in einer App
2022

Alles in einer App

Als digitaler Co-Pilot begleitet die Operateure neu eine Flight Report App (FRAPP). Sie stellt während des Flugs relevante Informationen wie Flugmissionen, Sperrzonen und Kartenmaterial bereit. Gleichzeitig rapportiert sie den Flugweg, Start- und Landezeiten sowie die Lage von Störfaktoren wie Wolken und fungiert als smarte Drehscheibe zwischen Kamera und Luftbilddatenbank.

Einsatz im Misox
2024

Einsatz im Misox

Nach schweren Unwettern, Hochwasser und einem Bergsturz befliegt der Flugdienst von swisstopo das Misox. Im Video erläutern Sabine Brodhag, Sektionschefin Risikomanagement beim BAFU, und Simon Hagmayer, Vermessungsoperateur beim Flugdienst von swisstopo, wie sie diese schicksalhaften Stunden erlebten.

Zurück zu Einzelbildern
2026

Zurück zu Einzelbildern

Swisstopo nimmt zwei neue Luftbildkameras in Betrieb. Die DMC-4-S von Leica Geosystems erstellt digitale Einzelbilder – die Ära der Luftbildstreifen bei swisstopo endet somit nach 22 Jahren. Die Bodenauflösung in den Alpen verbessert sich von 25x25 cm auf 20x20 cm pro Pixel, zudem ermöglicht die neue Kamera True Orthophotos.

Ein Vermessungsflug 2026
2026

Ein Vermessungsflug 2026

Wie in den frühen Jahren des Flugdiensts erfordert ein Vermessungsflug auch im Jahr 2026 ein gekonntes Zusammenspiel verschiedener Fähigkeiten. Im Video berichten Michaël Fürstenberg, Pilot der Luftwaffe, Sebastian Dübendorfer, Bordmechaniker der Luftwaffe, und Simon Hagmayer, Vermessungsoperateur beim Flugdienst von swisstopo, von ihren Arbeitsabläufen.

100 Jahre Flugdienst swisstopo
2026

100 Jahre Flugdienst swisstopo

Die Bedeutung des Flugdiensts bei swisstopo ist nach 100 Jahren immer noch gross. swisstopo hält seine Geschichte und Gegenwart in der stark bebilderten Publikation «Fotografen am Himmel. Der Flugdienst von swisstopo 1926–2026» fest.

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100 Jahre Flugdienst swisstopo